Diskussion über Müll

Kinderbischöfe zu Gast bei erwachsener Kollegin

Mit Bischöfin Fehrs haben die Nachwuchs-Geistlichen über ein wichtiges Thema gesprochen: Müll.

Die Kinderbischöfe diskutieren mit Bischöfin Kirsten Fehrs

Die Kinderbischöfe diskutieren mit Bischöfin Kirsten Fehrs Foto: Daniel Reinhardt / Das Rauhe Haus

Hamburg. Herzensanliegen der neuen Hamburger Kinderbischöfe ist die Müllvermeidung. Bei ihrem offiziellen Besuch in der Bischofskanzlei fanden Matthis Hoffmann (11), Lucy Thomsen (10) und Johanna Schwerin (10) bei der erwachsenen Bischöfin Kirsten Fehrs offene Ohren für ihr Anliegen. Bei Bio-Orangensaft und fair gehandelter Schokolade berichteten sie, was sie konkret an ihrer Schule ändern wollen: Für ihre Mensa wünschen sie sich Müll-Paten, sie wollen ein Repair-Café unterstützen und eine Tauschbörse für Kleidung initiieren. 

Es gebe viel zu viel Plastikgeschirr in der Mensa, beklagt Matthis. In einer Brotdose müsse das Brot doch nicht auch noch zusätzlich in Alufolie eingewickelt werden. Und es sei auch nicht einzusehen, warum man Papierservietten auf den Tischen liegen lässt, wenn doch der Papierkorb direkt daneben steht. Lucy ärgert sich vor allem über den Müll in der Elbe. In ihrem Wohnort Ochsenwerder liege bergeweise Müll am Deichufer, berichtet sie. Die Kinderbischöfe wollen in ihrer Amtszeit vor allem konkret etwas an ihrer eigenen Schule verbessern. Allerdings wissen die Fünftklässler auch, wie schwer es ist, sich gegen die "Großen" durchzusetzen. 

Bericht aus Flüchtlingslager

Diskutiert haben die Kinderbischöfe mit Bischöfin Fehrs auch, wie die Lebensmittelverschwendung eingedämmt werden könne. Schließlich könne allein mit weggeworfenen Lebensmitteln der weltweite Hunger besiegt werden. Bischöfin Fehrs berichtete von einem Flüchtlingslager in Jordanien, wo kaum Müll anfalle. Hier würden auf der Hauptstraße – "Champs-Élysées" genannt – scheinbar wertlose Alltagsdinge an andere Flüchtlinge verkauft.

Am Nikolaustag, 6. Dezember, waren die Kinderbischöfe in der Hauptkirche St. Nikolai in ihr Amt eingeführt worden. Einen Tag später besuchten sie die Kinder in der Flüchtlingsunterkunft Mattkamp am Öjendorfer See und beschenkten sie. Ihre Amtszeit dauert bis zum 25. Januar 2018.

Die Kinderbischöfe kommen traditionell aus den fünften Klassen der evangelischen Wichern-Schule in Hamburg-Horn. Seit 1994 setzen sie sich mit ihren Klassenkameraden für bessere Lebensbedingungen und die Rechte von Kindern ein. Die Tradition der Hamburger Kinderbischöfe geht auf einen mittelalterlichen Brauch zurück, der in ganz Europa verbreitet war. (epd)

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