Dritte Land-Kirchenkonferenz

Zusammen in die Zukunft

Wie können ländliche Kirchengemeinden noch besser zusammenarbeiten? Das stand auf der dritten Land-Kirchenkonferenz unter dem Leitsatz „Ziemlich beste Nachbarn“ in Breklum im Fokus.

Gemeinsam präsentierten Propst Sönke Funck und Pastor i.R. Redlef Neubert-Stegemann mit Kirchenvorständen das Schwansener Modell einer Regionbildung.

Gemeinsam präsentierten Propst Sönke Funck und Pastor i.R. Redlef Neubert-Stegemann mit Kirchenvorständen das Schwansener Modell einer Regionbildung. Foto: Thorge Rühmann

von Thorge Rühmann

Breklum. Der demografische Wandel, die Entwicklung der Kirchenmitgliederzahlen,der drohende Fachkräfte-Mangel. Mit solchen Entwicklungen müssen sich Kirchengemeinden auf dem Land aktuell auseinandersetzen.Welche Möglichkeiten sie dabeihaben und welche Wege sie einschlagen können, wurde auf der dritten Land-Kirchenkonferenz in Breklum diskutiert: Unter dem Motto „So kann’s gehen! Ziemlich beste Nachbarn. Gemeinden arbeiten zusammen“ brachten das Christian-Jensen-Kolleg, der Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein und der Gemeindedienst der Nordkirche Verantwortliche aus verschiedenen Regionen Schleswig-Holsteins zusammen,um über die Zukunft der Kirche auf dem Land zu diskutieren.

Sechs Kirchengemeinden setzten auf mehr Gemeinsamkeit

Rund 100 Teilnehmern waren dazu nach Breklum ins Christian-Jensen-Kolleg, kurz CJK, gekommen. Beispielhaft für die Zusammenarbeit und Regionbildung von Kirche im ländlichen Raum gab es fünf Filme des Kameramanns Hanno Hart zu sehen. Es sind „Best-Practice“-Beispiele, die die Probleme nicht aussparten. Zusätzlich zu den Kurzfilmen gab es zwei Live-Präsentationen. Eine davon brachten mehrere Kirchenvorstände, Gemeindemitglieder und Pastoren aus der Region Schwansen zwischen Schlei und Eckernförder Bucht den Zuhörern näher: Dort wollen sechs Kirchengemeinden mehr auf Gemeinsamkeit setzen. Dazu haben sie die „Arbeitsgruppe Region Schwansen“ gegründet, mit dem Ziel, ein Zukunftsbild für Kirche in der Region zu entwickeln. Ende kommenden Jahres wollen die Kirchengemeinderäte dann das Ergebnis vorweisen können – unterstützt vom Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde.

Ängste, Zweifel und positive Erwartungen

Das Projekt ist noch im Entstehen begriffen. In einer Art Momentaufnahme lasen die Vertreter im Breklumer CJK die Sichtweisen einzelner Personen aus den beteiligten Kirchengemeinden vor – so entstand ein Überblick über die Probleme, Ängste und Befindlichkeiten, aber auch positiven Erwartungen, die sich schon ganz zu Anfang einer gewollten Regionbildung ergeben. Aus Karby, der ältesten Kirchengemeinde der Region, hieß es: „Je mehr wir uns einbringen,desto mehr können wir mitbestimmen.“ Zweckmäßig klingt es aus Sieseby: „Ohne Zusammenarbeit wird nichts mehr gehen.“ Die Waabser Kirchenmitglieder fragten: „Wir sind die kleinste Gemeinde hier – wie behaupten wir uns?“ Im Gegensatz dazu äußerten die Riesebyer, deren Kirche in der Mitte der geplanten neuen Region liegen wird: „Wir können uns gut vorstellen, eine Art Zentrum zu bilden.“ Die Kontakte zur Kirchengemeinde Borby-Land seien bestens– das wurde betont. Kosel als größte Kirchengemeinde steht dem Projekt eher vorsichtig gegenüber: „Schaffen wir das? Wollen wir das? Wir gucken uns das einmal an.“ Ein Statement des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde rundet die Momentaufnahme ab. Darin heißt es: „Bitte macht euch auf den Weg. Jetzt müssen wir uns zukunftssicher aufstellen – und zwar freiwillig. Wir möchten Kirche in Schwansen sein.“

Menschen vor Ort mitnehmen

Im Rahmen der Land-Kirchenkonferenz im CJK sagte Bischof Gothart Magaard: „Konstruktives entsteht immer dann, wenn die Menschen merken: ‚Wir haben alle etwas davon‘.“ Insgesamt nehme er wahr, dass an vielen Stellen über Kooperationen nachgedacht werde, so der Bischof. Manch eine Kirchengemeinde tue das selbstständig, manch andere in der Folge synodaler Beschlüsse. Magaard: „Die Lösungen müssen vor Ort gefunden werden. Ich möchte nur den Anstoß dazu geben, die Menschen mitnehmen und ihnen Mut machen.“ Am Ende hoffe er, das Gefühl zu bekommen: „Ja, so kann es gehen!“ Weitere Informationen und Kurzfilme zu den Projekten der Regionbildung im Sprengel Schleswig und Holstein finden sich im Internet auf www.nordkirche.de unter dem Suchbegriff „Ziemlich beste Nachbarn“.

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