St-Petri-Kirche in Hamburg-Altona

Kinder gehen auf Schatzsuche

Die „Elbkinder“ aus der St.-Petri-Kirchengemeinde in Altona haben einen Schatz in ihrer Kirche gefunden. Aus diesem Abenteuer haben sie ein Buch entworfen – mit ihren eigenen Zeichnungen.

Gruppenleiterin Birgit Brandes zeigt das Buch

Gruppenleiterin Birgit Brandes zeigt das Buch Foto: Privat

von Ralf-Thomas Lindner

Hamburg. Schätze unterschiedlichster Art gibt es wohl in jeder Kirche. Manche dieser Schätze erblickt man sofort, wenn man einen Kirchenraum betritt, vielleicht einen Altar mit einem besonders schönen Bild oder eine gold glitzernde Taufschale. Manche Schätze muss man ein wenig suchen, weil sie vielleicht in einer Ecke stehen oder hinter einem Vorhang verborgen sind. Ein paar Schätze aber, die muss man mit offenem Herzen suchen – und nur dann kann man sie finden.

Angefangen hatte alles an einem Montag im Gemeindehaus der St.-Petri-Gemeinde in Altona. Da treffen sich immer die „Elbkinder“ – eine Gruppe von derzeit zehn Schulkindern, die 90 Minuten lang basteln, backen, singen und spielen. „An diesem Nachmittag hatte ich eine alt und sonderbar aussehende Schatzkarte auf den Tisch gelegt, und wir haben uns ganz schnell auf dem Weg in unsere Kirche gemacht. Die schien auf dieser Schatzkarte zu sehen zu sein“, erzählt Birgit Brandes, die Leiterin der Gruppe, „das hatten die Kinder an den zwei Türmen der Kirche auf dem Bild erkannt. Die Kirche ist für unsere Kinder etwas ganz Besonderes. Irgendwie kann man sehen, dass sie ihnen Ehrfurcht einflößt. Aber sie finden die Kirche auch festlich und fühlen sich dort sehr wohl.“

"Vaterunser" in der Schatzkiste

Zunächst musste die große schwere Tür am Eingang geöffnet werden. Und Hannah – so berichtet es das Bilderbuch – flüstert ratlos: „Die Kirche ist sehr groß, wie sollen wir da nur den Schatz finden?“ Sie suchen überall in der Kirche. Zunächst an ihrem eigenen Platz, der Kinderspielecke. Zwischen den vielen Kirchenbänken. Bei der Orgel und an der Kanzel mit ihren vielen Treppenstufen. Sie probieren dabei natürlich das Mikrofon aus, das ihre eigenen Stimmen so laut in der Kirche widerhallen lässt. Sie sehen sich das Taufbecken und sogar die bunten Glasfenster an. Am Ende finden sie in der Nähe des Altars eine Holzkiste mit dem Schatz.

Der Schatz ist ein ganz besonderer Schatz – kein glitzerndes Goldstück und auch kein leckeres Eis. In der Kiste finden die Kinder einen Zettel mit dem Gebet Jesu Christi, dem Vaterunser. Das kennen sie – das haben sie immer mit Pastor Jan Steffens im Kindergottesdienst gesprochen. Das Gebet ist eigentlich etwas für Erwachsene. Die Geschichte von Jesus aber gefällt ihnen, und sie beten es gern. Zeichen und Bewegungen hatte ihnen der Pastor dazu beigebracht. Als sie den Schatz gefunden haben, beten sie das Vaterunser mit diesen Bewegungen.

Ein Buch für alle Täuflinge

An diesem Nachmittag kam Brandes die Idee, aus dieser Schatzsuche – quasi als nächstes Projekt der Gruppe – gemeinsam mit den Kindern ein Büchlein zu gestalten. „Das war letztendlich tatsächlich viel mehr Arbeit, als ich es mir anfangs vorgestellt hatte“, berichtet sie. Zuerst haben die Kinder Bilder für das Büchlein gemalt, die Stationen ihrer eigenen Suche in der Kirche: die Kirchentür, das Kirchenschiff, die Spielecke – jedes Kind hat ein Bild gemalt. Dann haben sie gemeinsam den Text durchgesprochen, den Brandes dann geschrieben hat. Das hat alles zusammen schon ein paar Wochen gedauert. „Glücklicherweise habe ich dann zufällig in der Gemeinde Christiane Froelich getroffen. Sie betreibt eine Medienagentur und hat unserem Büchlein ein professionelles Layout gegeben. Das hätte ich allein gar nicht geschafft“, sagt Brandes.

Nun ist das Büchlein „Schatzsuche in der Sankt Petri Kirche in Hamburg Altona“ erschienen. Ganz professionell wurde es aus der Druckerei geliefert – 100 Exemplare in der ersten Auflage. „Aber wir können ja jederzeit nachdrucken“, erklärt Froelich. Die ersten Exemplare haben die „Elbkinder“, die Autoren, geschenkt bekommen. Dann haben es die neuen Schulkinder und Vorschulkinder aus der Gemeinde als Begrüßungsgeschenk erhalten. Und in Zukunft werden alle Täuflinge in St. Petri dieses kleine Heft von der Gemeinde zur Taufe geschenkt bekommen. Ein kleines Büchlein, das viele Kräfte in der Gemeinde auf neue Weise zusammengebracht hat und vielen kleinen Kirchenbesuchern ein erster Führer in das große Haus an der Schillerstraße sein wird.

Info
Bestellungen des Büchleins „Schatzsuche in der Sankt Petri Kirche in Hamburg Altona“ sind über das Gemeindebüro unter Tel. 040 / 306 06 78 10 möglich.

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