Entsetzen über Anschlag von Berlin

EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm: „Im Gebet vereint“

Auch der katholische Hamburger Erzbischof Heße hat sich geäußert. In Berlin ist für heute ein Gottesdienst in der Gedächtniskirche geplant.

Kerzen brennen zum Gedenken (Symbolbild)

Kerzen brennen für die Opfer von Berlin (Symbolbild) Foto: OFC Pictures / Fotolia

Hannover. Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, zeigt sich schockiert über den mutmaßlichen Terroranschlag in Berlin am Montagabend. "Mit vielen Menschen in Deutschland und weltweit bin ich im Gebet für die Opfer einer fürchterlichen Gewalttat vereint", sagte Landesbischof Bedford-Strohm am Dienstag in Hannover. "Wir alle sind entsetzt über diese brutale und sinnlose Gewalt. So viele unschuldige Menschen sind ihr zum Opfer gefallen. Ich kann mir vorstellen, welche Abgründe sich jetzt für die Familien der Opfer auftun, die ihre Liebsten durch diese feige Gewalttat verloren haben."

Der katholische Hamburger Erzbischof Stefan Heße erklärt: „Ich halte inne und denke an die getöteten Menschen in Berlin, an die Verletzen, an ihre Angehörigen und Freunde. Ich bete für sie und für alle Opfer von Terror Gewalt.“

Unterdessen laden die Kirchen in der Hauptstadt zum Gebet und zum Innehalten ein. Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in unmittelbarer Nähe des Anschlagortes sollte nach den Worten einer Mitarbeiterin geöffnet werden. Am Morgen war die Kirche allerdings wegen der Spurensicherung noch nicht von der Polizei freigegeben. Das Wahrzeichen der westlichen Berliner Innenstadt liegt direkt am Ort der tödlichen Lastwagen-Fahrt.

Gebet am Mittag

Außerdem sollte am späten Vormittag ab 11.30 Uhr ein Kondolenzbuch in der evangelischen Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ausgelegt werden, hieß es. Für den Mittag um 13 Uhr waren ein Gebet und für den Abend um 18 Uhr ein Gottesdienst in dem evangelischen Gotteshaus geplant, unmittelbar am Ort des Anschlags.

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, sagte im ZDF-"Morgenmagazin": "Wir sind hier in Berlin alle sehr erschüttert." Nun brauchten die Angehörigen der Opfer "unser Mitgefühl - sie müssen spüren, dass sie nicht alleine sind". Der Bischof erinnerte daran, dass der schreckliche Anschlag in der unmittelbaren Weihnachtszeit stattgefunden habe. Wichtig sei jetzt, Zusammenhalt zu zeigen mit den verschiedenen Religionen.

Der Bischof zeigte sich sehr dankbar für die besonnenen Reaktionen der Sicherheits- und Einsatzkräfte, aber auch der Politik. Er erwarte diese Besonnenheit von jedem, der Verantwortung trage. Er appellierte zugleich an diejenigen, die mit Parolen Kapital aus den Vorgängen schlagen wollten, Respekt für die Trauernden zu zeigen. "Wir werden uns nicht von der Unmenschlichkeit unterkriegen lassen", sagte Dröge.

Dank an Einsatzkräfte

Auch der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch zeigte sich schockiert von den Ereignissen. Im Gebet sei er bei den Opfern und ihren Angehörigen. Für Dienstag um 12 Uhr lud Koch in die St. Hedwigs-Kathedrale ein, um im Gebet und im Schweigen der Trauer Ausdruck zu geben. Koch dankte allen Sicherheitskräften und Sanitätern und Notfallseelsorgern für ihren Einsatz.

Nach der Lastwagen-Fahrt über einen Weihnachtsmarkt in der westlichen Berliner Innenstadt hatte sich die Zahl der Todesopfer in der Nacht auf zwölf erhöht. Das teilte die Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Insgesamt 48 Menschen lägen, zum Teil schwer verletzt, in Krankenhäusern. Die Polizei sprach am frühen Dienstagmorgen zudem von einem "vermutlich terroristischen Anschlag". Für Dienstagmittag wurde eine Pressekonferenz angekündigt, auf der weitere Einzelheiten mitgeteilt werden sollten. (epd/tt)

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