Rakow bei Grimmen

Die neue Glocke kam in der Kutsche

Im kleinen Dorf Rackow ist die neue Glocke seit dem 1.Advent zu hören – nach einer feierlichen Begrüßung mit kirchlicher Prominenz.

Auf einer Kutsche wird die neue Glocke durch den Ort gefahren

Auf einer Kutsche wird die neue Glocke durch den Ort gefahren Foto: Sebastian Kühl / Kirchenkreis

von Sebastian Kühl

Rakow. Auf einem festlich geschmückten Pferdewagen wurde sie vor Kurzem durch den Ort kutschiert: die neue Glocke für die Kirche in Rakow südlich von Grimmen. Anwohner und Gemeindeglieder, außerdem Gemeindepastor Rolf Kneißl, Bürgermeister Alexander Benkert und die Stralsunder Pröpstin Helga Ruch folgten dem Zug – um zuzusehen, wie ein Schwerlastkran die 740 Kilogramm schwere Glocke schließlich vom Wagen hob und vor der Kirche absetzte. Seit dem ersten Advent ist die Glocke nun in Rakow zu hören.

Für Helga Ruch war die Weihe einer der Höhepunkte auf ihrer Visitationstour im Pfarramtsbereich Glewitz, für den Pastor Rolf Kneißl zuständig ist. Rund 600 Gemeindeglieder leben hier verteilt auf 27 Dörfern in zwei Gemeinden, sechs Kirchen gehören dazu. Die Pröpstin unternahm eine Rundreise durch das Gebiet, gestaltete vier Gottesdienste mit, besuchte den Gemeindenachmittag, eine Posaunenchorprobe, eine gemeinsame Sitzung der zwei Kirchengemeinderäte und führte viele Gespräche mit Haupt- und Ehrenamtlichen. 

"Wunderbar kräftiger Klang"

„Außerordentlich interessant“ sei das gewesen, sagt Helga Ruch. „Vor allem bleibt mir das umfangreiche ehrenamtliche Engagement in guter Erinnerung“. Der sehr lebhafte Gemeindenachmittag habe ihr ein vielseitiges, enges Miteinander vermittelt, ebenso die hochmotivierten Mitglieder des Posaunenchors. 

Pastor Rolf Kneißl freut sich auch über die neue Glocke. „Sie hat einen wunderbar kräftigen Klang“, findet er. Und die Inschrift, die sich der Kirchengemeinderat überlegt hatte, passe hervorragend dazu: „Ich klinge dem Fröhlichen zum Dank, dem Traurigen zum Trost und Gott zur Ehre.“ Der Spruch fasst die Inschriften der einstigen Taufglocke, der Sterbeglocke und der Hauptglocke zusammen, erklärt Kneißl. Diese eisernen Glocken, die am 1. Advent 1992 geweiht worden waren, mussten vor fünf Jahren aufgrund ihres schlechten Zustands stillgelegt werden. Die Gesamtkosten für die neue Glocke, gegossen in Karlsruhe, betrugen 25.000 Euro. „Die Gemeinde hatte einen finanziellen Grundstock, der Großteil kam durch Spenden zusammen“, erklärt Rolf Kneißl.

Der Turm in Rakow ist auch schon saniert. Doch den Gemeinden im Pfarramt steht noch viel bevor. „Die Schlosskapelle in Deyelsdorf benötigt eine grundlegende Restaurierung, der Dachstuhl der Kirche in Nehringen muss saniert werden und in Glewitz der Turm“, zählt Kneißl Beispiele auf. Einen weiteren Fokus seiner Arbeit sieht er im Umgang mit dem demografischen Wandel: Die Dörfer schrumpfen, in Glewitz etwa leben noch 190 Menschen, vor zehn Jahren waren es fast 40 Personen mehr. „Dennoch werden wir auch künftig die Gemeinden am Leben erhalten“, sagt Kneißl. „Wir haben engagierte und sehr bewusste Mitglieder, die ein enges Miteinander pflegen."

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