Kultur

St. Annen-Museum zeigt Lübecker Konkordienbuch

Das Werk beinhaltet die lutherischen Bekenntnisschriften und dokumentiert Unterschriften von Lübecker Geistlichen – bis ins 16. Jahrundert.

Blick in das Lübecker Konkordienbuch

Blick in das Lübecker Konkordienbuch Foto: Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg

Lübeck. Das Lübecker Konkordienbuch von 1580 gilt als einmaliges Zeugnis der Kirchengeschichte Schleswig-Holsteins. Das Lübecker St. Annen-Museum zeigt das frisch restaurierte Buch bis zum 15. Oktober im Rahmen der Ausstellung "Zwischen den Zeilen". Das Buch sei ein "zentrales Stück der Lübecker Reformation", sagte Museumsleiterin Dagmar Täube bei der Präsentation.

Das Konkordienbuch beinhaltet die vollständige Sammlung der lutherischen Bekenntnisschriften und dokumentiert die Kirchenspaltung sowohl im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation als auch in Schleswig-Holstein. Die Freie Reichsstadt Lübeck nahm das Konkordienbuch seinerzeit sehr früh als verbindliche Bekenntnisschrift an. Noch heute ist die Anerkennung des Konkordienbuchs für evangelische Pastoren in Lübeck verpflichtend.

Symbolischer Wert

Der besondere archivalische Wert des Konkordienbuches besteht in den Unterschriften im handschriftlichen Teil. Er dokumentiert alle Lübecker Geistlichen von 1580 bis 1967 sowie Schulleiter und Lehrer bis 1854. Zu finden sind Lübecker Persönlichkeiten wie Elisabeth Haseloff, die erste Gemeindepastorin Deutschlands, und Luther-Pastor Karl-Friedrich Stellbrink, einer der "Lübecker Märtyrer". Heute würden die Pastoren nicht mehr in dem originalen Konkordienbuch unterschreiben, sagte Pröpstin Petra Kallies. "Aber es hat nach wie vor einen hohen symbolischen Wert, sich in eine so lange und bedeutende Tradition einzureihen."

Nur mit Glück hat das Konkordienbuch den Brand in der Bombennacht Palmarum 1942 überstanden. Es wurde in der Kapelle "Maria am Stegel" neben der Marienkirche aufbewahrt. Als die Kirche durch Bomben in Brand geriet, wurde das Buch durch einen brennenden Gegenstand getroffen, und es brannte sich ein trichterförmiges Loch hinein. Lange Jahre war das Buch nur provisorisch gesichert worden. Zum Reformationsjubiläum 2017 wurde es mit Japanpapier restauriert und ergänzt. Nach der Ausstellung geht es zurück ins Archiv. (epd)

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