Politik

Diskussion um arbeitsfreien Reformationstag nimmt Fahrt auf

Bischof Magaard begrüßt die Debatte. Grundsätzliche Bereitschaft kommt auch von Katholiken.

Foto: markus_marb / Fotolia

Kiel. Der Schleswiger Bischof Gothart Magaard hat die Diskussion um einen arbeitsfreien Reformationstag begrüßt. "Dabei öffnet sich auch Menschen, die nicht der Kirche angehören, ein Zugang zur Reformation als Teil der Geschichte ihres Landes", sagte der Bischof dem epd. Anlass war der jüngste Vorstoß von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). Der katholische Politiker hatte sich für einen künftig arbeitsfreien Reformationstag ausgesprochen.

Auch das katholische Erzbistum würde die Einführung eines weiteren "Feiertages mit religiösem Hintergrund" grundsätzlich begrüßen, sagte die Leiterin des katholischen Büros Schleswig-Holstein, Beate Bäumer. Es müsste aber zunächst diskutiert werden, welcher Feiertag infrage kommen würde.  Dies müsse nicht zwangsläufig der evangelische Reformationstag sein. Konkrete Vorschläge wollte sie noch nicht machen.

Auch Gewerkschaftsbund für freien Tag

Bischof Magaard zeigte sich erfreut und dankbar, dass der Reformationstag 2017 bundesweit gemeinsamer freier Feiertag sein wird. Anlass ist das 500-jährige Jubiläum des Reformationstags. Schon jetzt erinnere der gesetzliche Feiertag in Mecklenburg-Vorpommern im Raum der Nordkirche "jedes Jahr aufs Neue an die Wurzeln unserer freiheitlichen Gesellschaft", so Magaard.

Meyer hatte ebenfalls auf Mecklenburg-Vorpommern verwiesen. "Deshalb ist hier die größte Chance, sich im Norden gemeinsam zu verständigen auf einen Tag, der auch eine gemeinsame Tradition begründet", sagte er.

Auch der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds Nord, Uwe Polkaehn, hatte sich wiederholt für einen arbeitsfreien Reformationstag ausgesprochen. Abgesehen von 2017 ist er einer von wenigen Feiertagen in Deutschland, der nicht in allen Bundesländern gleichermaßen arbeitsfreier Feiertag ist. (epd)

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