Fragen und Antworten rund um die Konfirmation

Sind Geldgeschenke wirklich angemessen?

Bald stehen im ganzen Norden die Konfirmationen ins Haus – und damit viele Fragen: Sollte man Geld schenken? Und wie können Eltern ihrem Nachwuchs Wertschätzung zeigen? Anworten gibt ein Pastor.

Die Konfirmation ist für die Jugendlichen und ihre Familien ein besonderer Moment

Die Konfirmation ist für die Jugendlichen und ihre Familien ein besonderer Moment Foto: Jens Schulze / epd

von Jörg Nielsen

Wilhelmshaven/Bremen. Wenn in den kommenden Wochen Jugendliche konfirmiert werden, rückt neben der Organisation von Gottesdiensten und Familienfesten erneut ein Thema in den Mittelpunkt: Sind Geldgeschenke für die Konfirmierten eigentlich angemessen? Angehörige, Freunde und Nachbarn fragen sich dann auch, welche Beträge richtig sind.

Sind Geldgeschenke überhaupt angemessen?
Das bezweifeln viele Menschen, weil sie der Meinung sind, dass es die spirituelle Bedeutung der Feier schmälern könnte. Der Wilhelmshavener Pastor Bernhard Busemann hält dagegen. Er berät Eltern in Seminaren vor der Konfirmation und meint: Die Konfirmation sei für die Jugendlichen die erste Gelegenheit, "mal richtig Schotter zu kriegen". Das sei ihnen zu gönnen. Zum Erwachsenwerden gehöre es, den Umgang mit Geld zu erlernen. Wer Geld ablehnt oder es ergänzen möchte, könnte seinen Worten zufolge über ein "Herzensgeschenk" nachdenken. Dazu gleich mehr.

Wie viel Geld sollte es sein?
Wie so oft kommt es auf die eigenen Möglichkeiten und nicht zuletzt auch auf die verwandtschaftlichen Beziehungen an. Letztlich zählt der Gedanke und nicht die Summe. Doch wer viel Geld hat oder verdient, darf sich gern großzügig zeigen. Eltern haben in der Regel durch die Feier schon hohe Ausgaben. Wenn sie den Tag bezahlen und dann noch ein Herzensgeschenk dazu legen, so wäre das schon großzügig genug. Bei Großeltern und Paten sind Geldgeschenke zwischen 100 und 150 Euro üblich.

Andere Familienangehörige wie Onkel, Tanten und enge Freunde liegen mit Beträgen zwischen 20 und 50 Euro nicht verkehrt. Für Freunde, Nachbarn und Verwandte, die nicht eingeladen sind, passen zwischen fünf und 20 Euro, die sie in die Glückwunschkarte legen. Wer den frisch konfirmierten Jugendlichen und die Eltern kaum kennt, kann es natürlich auch mit einer Karte bewenden lassen.

Und was ist nun mit dem "Herzensgeschenk"?
Das könnte nach Meinung von Pastor Busemann beispielsweise ein Familienerbstück sein. Etwa eine Kette oder eine Uhr, die von Generation zu Generation weiter gegeben wird und an den Tag der Konfirmation erinnert. Wichtig sei, dem Konfirmierten in einer ruhigen Stunde die Bedeutung des Herzensgeschenks zu erläutern. Eltern rät Busemann, als Herzensgeschenk einen persönlichen Brief an ihr Kind zu schreiben: "Zeigen Sie ihren Stolz, ihre Liebe und ihre Wertschätzung."

Zu den Herzensgeschenken gehört sicher auch ein persönlich gestaltetes Konfirmationsalbum, in dem Gästeliste, Geschenke, Sprüche und die guten Wünsche der Gäste festgehalten sind. Tipps gibt es auf www.konfispurch.de. Oder Zeit statt Zeug: Ein gemeinsamer Stadionbesuch beim Lieblingsverein, ein Abend mit der Lieblingsband, gemeinsam essen gehen. Und dann gilt: Bibel und Gesangbuch sind immer noch klassische Geschenke zur Konfirmation.

Gibt es auch Geschenke, mit denen sich sozial oder ökologisch etwas bewegen lässt?
Gibt es. Für naturinteressierte und -bewusste Konfirmanden ist vielleicht ein Quadratmeter Regenwald passend. Der World Wildlife Found (WWF) bietet eine Urkunde schon ab 20 Euro an. Das funktioniert ähnlich mit symbolischen Patenschaften. Die Norddeutsche Mission in Bremen beispielsweise bietet Projekte in Togo an, die Konfirmanden und Konfirmierte unterstützen können – und die etwas mit der Lebenswelt der Jugendlichen zu tun haben. Dabei geht es beispielsweise darum, Kindern und Jugendlichen in dem westafrikanischen Land einen Schulbesuch zu ermöglichen, damit sie eine Chance auf Bildung haben. Später ließe sich das Projekt erkunden – als Volunteer in Togo. (epd)

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