Synode

Oldenburger Kirche strebt drastische Kürzungen an

Bis zum kommenden Frühjahr will die Landeskirche „gravierende Sparvorschläge“ vorlegen. Bei den Synodalen besonders in der Kritik: die geplante Kürzung im Jugendbereich um die Hälfte.

Die Synodalen diskutierten über die Sparvorschläge

Die Synodalen diskutierten über die Sparvorschläge Foto: Dirk-Michael Grötzsch / Kirche in Oldenburg

Ahlhorn/Kr. Oldenburg. Die oldenburgische Kirche hat einen drastischen Sparkurs eingeschlagen. Die in Ahlhorn tagende Synode beschloss zum Abschluss ihrer dreitägigen Frühjahrssitzung, alle Arbeitsfelder der Kirche einer Aufgaben- und Ausgabenkritik zu unterziehen. Ohne Kürzungen und Konzentrationen werde der Haushalt bis zum Jahr 2030 ein Defizit von 130 Millionen Euro aufweisen, sagte der Vorsitzende des Finanzausschusses, Manfred Pfaus.

Bis zum Frühjahr 2018 sollen nun eine Gesamtschau der kirchlichen Arbeit erstellt und Prioritäten festgelegt werden. Nur so könne die Synode verantwortbare Beschlüsse für die Zukunft fassen, hieß es.

Der Oberkirchenrat hatte bereits am Tag zuvor einen "Werkstattbericht" mit gravierenden Sparvorschlägen vorgelegt. Viele Synodale kritisierten, dass demnach nur in bestimmten Bereichen gestrichen werden soll. Unter anderem wurde eine Kürzung des Jugendbereiches um 50 Prozent vorgeschlagen.

Der Synodale Alexander Wiebe warf als Reaktion dem Gremium eine "ungenügende" Leistung vor. Im "Gemeinsamen Kirchenausschuss" von Oberkirchenrat und Vertretern der Synode gebe es über den Werkstattbericht einen grundsätzlichen Dissens zwischen den Hauptamtlichen und den synodalen Vertretern. Einzelne Synodale lobten dagegen die Arbeit des Gremiums, das in kurzer Zeit harte Entscheidungen getroffen habe.

Was der Bischof sagt

Bischof Jan Janssen, Vorsitzender des Oberkirchenrats, lobte die Reaktion der Synodalen. Die Delegierten hätten sich kritisch-konstruktiv mit den bewusst schmerzhaften Vorschlägen auseinandergesetzt. Es gehe nun um eine "Modifikation".

Das Kirchenparlament beauftragte die Kirchenleitung, neue Stellenpläne für Pastoren, Diakone und Kirchenmusiker zu erstellen. Außerdem soll das Bauwesen der Kirche neu konzipiert werden. Der Bedarf an Gebäuden, ihre Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit soll überprüft werden. Die Nutzung der Liegenschaften soll professionalisiert werden, um die Erträge zu steigern und Kosten der Verwaltung zu reduzieren.

Zur oldenburgischen Kirche zählen 116 Gemeinden zwischen der Nordseeinsel Wangerooge und den Dammer Bergen. Ihr gehören knapp 424.000 Mitglieder an. (epd)

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