Kultur

Evangelischer Buchpreis für die Geschichte um die „Rabenrosa“

Sie wird von Raben aufgezogen und behütet: Die Bildergeschichte um die „Rabenrosa“ von Helga Bansch ist ausgezeichnet worden.

Bischof Jan Janssen mit der Preisträgerin Helga Bansch

Bischof Jan Janssen mit der Preisträgerin Helga Bansch Foto: Jörg Nielsen / epd

Oldenburg/Wien. Die Wiener Illustratorin und Autorin Helga Bansch hat den Evangelischen Buchpreis 2016 entgegengenommen. Der Oldenburger Bischof Jan Janssen überreichte ihr die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr Bilderbuch "Die Rabenrosa" in der Oldenburger St. Lambertikirche. "Ich wollte zeigen, dass es wichtiger ist, nach dem zu sehen, was ein Mensch kann, als nach dem zu sehen, was jemand nicht kann", sagte die Preisträgerin vor der Ehrung. Eine Jury hatte das Werk aus rund 100 Vorschlägen Lesern ausgewählt.

Das Buch erzählt die Geschichte eines nackten Wesens, das in einem Rabennest aufwächst. Der Rabenvater besorgt der Federlosen ein rosa Kleid und eine rote Mütze, weil sie immer friert. Ihre Eltern und ihre Geschwister schaffen eine Umgebung, in der Rabenrosa trotz ihres Andersseins ein Selbstbewusstsein entwickeln kann. Janssen würdigte als Vorsitzender des Evangelischen Literaturportals das Buch, "das Mut zur eigenen Identität macht und einen zuversichtlichen Blick auf das Geschenk der Vielfalt wirft". Der Evangelische Buchpreis wird seit 1979 vom Evangelischen Literaturportal als dem Dachverband evangelischer öffentlicher Büchereien verliehen.

Ein Bilderbuch übers Anderssein

"Die Rabenrosa" handle vom Anderssein, dem gegenseitigen Annehmen "und von liebevollen und gelassenen Eltern, die ihren Kindern Wurzeln und Flügel verleihen", sagte Laudatorin Eske Nannen. Die Illustrationen in dem Buch bewirkten "einen eigenen Zauber" und "eine mitreißende Dynamik". "Die Rabenrosa" sei ein Buch ganz im Sinne von Astrid Lindgren, die gesagt habe: "Die Bücher brauchen die Fantasie der Kinder, das ist wahr. Aber noch wahrer ist es, dass die Fantasie der Kinder die Bücher braucht, um zu leben und zu wachsen."

Auch die Jury lobte in ihrer Begründung vor allem die Bilder des Buches. In wechselnden Formaten, mit Elementen der Bildgeschichte und der Collage und aus ungewöhnlichen Perspektiven zeige die Illustratorin, wie Rabenrosa ganz selbstverständlich ihren Platz im Leben der großen schwarzen Vögel einnimmt. Die Entscheidung für die reduzierte Farbpalette der Erd-Töne und das bewusst gesetzte Rot der Protagonistin rückten Rabenrosa ins Zentrum und lüden zur Identifikation ein.

Helga Bansch wurde 1957 in Leoben in der österreichischen Steiermark geboren. Nach einer Ausbildung zur Volksschullehrerin und zur Lebens- und Sozialberaterin arbeitete sie mit verhaltensauffälligen Kindern. Dabei entdeckte sie für sich das Malen als Ausdrucksmittel. Seither illustriert sie Kinderbücher. Seit 2003 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Wien. Helga Bansch hat mehr als vierzig Bilderbücher veröffentlicht und wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis. (epd)

Info
"Die Rabenrosa" können Sie in der Evangelischen Bücherstube bestellen.

Bestellungen auch unter Telefon 0431/5197250 oder bestellservice@buecherstube-kiel.de
Die Evangelische Bücherstube gehört zur Evangelischen Zeitung.

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