Oldenburgische Kirche

„Einsatz für das Evangelium“

Beim gemeinsamen Ausblick auf das Jahr benennen Synodenpräsidentin Sabine Blütchen und Bischof Jan Janssen Herausforderungen für 2017.

Synodenpräsidentin Sabine Blütchen und Bischof Jan Janssen blicken ins neue Jahr

Synodenpräsidentin Sabine Blütchen und Bischof Jan Janssen blicken ins neue Jahr Foto: Kerstin Kempermann

von Kerstin Kempermann

Oldenburg. Das Jahr 2017 wird in der oldenburgischen Kirche aus mehreren Gründen ein spannendes Jahr. Zum einen stehen auch hier zahlreiche Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum an, zum anderen wird der Prozess zu den geplanten Sparmaßnahmen weitergehen. Und auch die anstehenden Bundestagswahlen sind natürlich ein Thema. Bischof Jan Janssen und Synodenpräsidentin Sabine Blütchen freuen sich auf dieses Jahr mit all seinen Herausforderungen.

Mit Blick auf die anstehenden Wahlen betont Bischof Jan Janssen den Demokratieauftrag der Kirchen, angesichts des beklagten Populismus und der Polarisierung sei die Kirche gefragt. Ob im Konfirmandenunterricht oder der Erwachsenenbildung: „Wir können einen Beitrag leisten zu dem, was Menschen zum Zusammenleben bildet und ausrüstet“, sagt Janssen. Und er betont: „Kirche ist dadurch, dass sich Menschen für das Evangelium einsetzen, immer auch politisch.“ Die Bibel sei voll von Geschichten und Geboten, die sich mit der Frage beschäftigten, wie Menschen in einer Gesellschaft friedlich zusammenleben könnten.

Viele Veranstaltungen geplant

Diesen Einsatz für das Evangelium, der häufig ehrenamtlich geleistet werde, gelte es weiter zu unterstützen, egal ob in der Flüchtlingsarbeit, bei der Diakonie, im Kindergarten oder auch in anderen Bereichen. „Und wir müssen noch beharrlicher über das, was wir tun, reden“, ergänzt Sabine Blütchen.

Einen Schub für diese Botschaft erhoffen sich Blütchen und Janssen durch die zahlreichen Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum in diesem Jahr. „Es ist sehr spannend zu sehen, was die einzelnen Gemeinden landauf, landab auf die Beine stellen“, sagt Blütchen. Die Synodenpräsidentin freut sich aber auch sehr auf den Kirchentag und dessen Abschlussgottesdienst in Wittenberg. „Ich will aber auch nach Wittenberg fahren, wenn unsere Konfirmanden an dem großen Konfi-Camp teilnehmen. Das wird sicher eine prägende Erfahrung, dieses Miteinander erleben zu können“, sagt sie voller Vorfreude. Auch Bischof Jan Janssen freut sich auf die Veranstaltungen im Bereich der oldenburgischen Kirche, die ganz verschiedene Aspekte der Reformation in den Blick nehmen und auch immer nach dem Bezug zu heute fragen. Denn dieser ist Janssen besonders wichtig. Und bei diesem Thema sieht er auch die Medien in der Verantwortung. Diese sollten sich an dem Diskurs beteiligen, etwa zu Fragen, wie es der Vielfalt der Konfessionen heute geht und was die Kirche zum Zusammenhalt in der Gesellschaft beiträgt.

Enge Spielräume

Zusammenhalt ist derzeit auch in der oldenburgischen Kirche gefragt, wenn es um den Prozess zur Prioritätensetzung und die Oldenburger Ortsbestimmung 2.0 geht. „Wir gehen davon aus, dass wir zu beiden Prozessen auf der Frühjahrssynode Zwischenergebnisse vorlegen können und so die Synode in die Lage versetzen, die weiteren Schritte auf den Weg zu bringen“, erläutert die Synodenpräsidentin. Dass die Diskussion um Prioritäten kommen werde, sei allen lange klar gewesen. Blütchen und Janssen betonten aber beide, dass auch dieser Prozess Kreativität freisetzen könne. Durch die veränderte Finanzsituation, die auf der Herbstsynode deutlich gemacht worden war, seien die Spielräume enger geworden, aber der genaue Blick auf alle Bereiche biete auch eine Chance für die Zukunft.

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