Beschluss der Kirche in Oldenburg

Eingetragene Partnerschaften sind jetzt eine Ehe

Die Synode der oldenburgischen Kirche hat eine rechtliche Gleichstellung beschlossen. Zuvor war Polit-Prominenz bei der Tagung zu Gast.

Eingetragene Partnerschaften sind jetzt einer Ehe gleichgestellt

Eingetragene Partnerschaften sind jetzt einer Ehe gleichgestellt Foto: Rommel Alomia / Fotolia

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg hat eingetragene Lebenspartnerschaften der Ehe rechtlich vollständig gleichgestellt. Die in Ahlhorn tagende Synode hat einstimmig ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Zuvor hatten sowohl der Rechts- und Verfassungsausschuss als auch der Ausschuss für theologische Fragen seine Zustimmung signalisiert. Seit Inkrafttreten des Lebenspartnerschaftsgesetzes im August 2001 wurde in vielen Landeskirchen heftig um die Gleichstellung mit Ehegatten im kirchlichen Recht gestritten.

Das Oldenburger Kirchenparlament bekräftigte bereits 2004 eine Entscheidung, in den Kirchengemeinden die Segnung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften zuzulassen. Vorausgegangen war eine Kontroverse in der die Kirchenleitung zunächst einen entsprechenden früheren Synodenbeschluss beanstandet und auf Eis gelegt hatte. Vertreter des Oberkirchenrates sahen damals die Einheit der Kirche in Gefahr.

Appell des Ministerpräsidenten

Zuvor war Niedersachsen Ministerpräsident Stephan Weil zu Gast bei der Synode. Der SPD-Politiker appellierte an die Kirchen im Land, die gemeinsamen Werte zusammen mit dem Staat gegen Populisten zu verteidigen. Im Kern verbinde das christliche Menschenbild und die vom Grundgesetz garantierte Würde des Menschen Staat und Kirche, sagte er. Die Kirche biete in der Gesellschaft eine wichtige Orientierung, die weit über die reinen Kirchenmitglieder hinausreiche.

Weil warnte vor einem wachsenden Populismus, wie er beim US-Präsidenten Donald Trump oder dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sichtbar werde. Auch in Deutschland sei ein Zuwachs bei der AfD zu beobachten. Dieser Populismus mache kleine Gruppen für große Probleme verantwortlich. Damit würden die "Kernelemente europäischer Werte" infrage gestellt. Dem entgegenzuwirken sei eine gemeinsame Aufgabe von Staat und Kirche. Die Kirche sei mit ihren Überzeugungen vom Wert des Menschen, der Nächstenliebe und der gemeinsamen Verantwortung vor Gott "der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält".

Dank an Kirchen

Weil dankte für das große Engagement gerade der evangelischen Kirche bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise im Herbst 2015. Der Staat allein sei damals hoffnungslos überfordert gewesen. Es sei den vielen Hunderttausend Ehrenamtlichen zu verdanken, dass die Flüchtlinge aufgenommen werden konnten. "Ich habe das nicht vergessen." Weil rief die Kirchen auf, in ihrem Engagement für die Integration der Flüchtlinge nicht nachzulassen. "Ich halte es für notwendig, dass die Kirche damit fortfährt." (epd)

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