Der oldenburgische Bischof Jan Janssen

"Der Glaube hat in diesem Jahr gewonnen"

Der Oldenburger Bischof zieht positive Bilanz zum Reformationsjahr. Viele Aktionen hätten Glauben und Freiheit in die Gesellschaft getragen.

Aus Sicht von Bischof Jan Janssen ist das Reformationsjubiläum ein Erfolg für den Glauben.

Aus Sicht von Bischof Jan Janssen ist das Reformationsjubiläum ein Erfolg für den Glauben. Foto: epd-bild / Fotoetage / Marcus

Oldenburg. Der oldenburgische Bischof Jan Janssen hat eine positive Bilanz der Veranstaltungen seiner Kirche zum 500. Reformationsjubiläum in diesem Jahr gezogen. Allein im Oldenburger Land habe es mehr als 200 besondere Projekte gegeben, hinzu kämen zahlreiche Gottesdienste, Konzerte, Lesungen oder Vorträge in den Gemeinden und Gemeindegruppen, sagte der evangelische Theologe in Oldenburg. Etliche Aktionen seien in Kooperation mit Partnern wie Museen, Theatern, der Oldenburger Universität oder den Kommunen ausgerichtet worden: "Das zeigt, die Kirche ist in der Gesellschaft fest verankert."

Gute Zusammenarbeit der Kirchen

Die evangelische Kirche habe sich nicht selbst gefeiert, unterstrich der Bischof. "Der Glaube hat in diesem Jahr gewonnen." Es sei gelungen, die Themen Glaube und Freiheit in der Gesellschaft zu platzieren. Auch die Medien hätten das Thema auf vielfältige Weise reflektiert. Janssen lobte die gute und enge Zusammenarbeit mit der Evangelisch-reformierten Kirche und der Bremischen Evangelischen Kirche. Gemeinsam hätten sie das Begegnungszentrum "Denkbar" in einem ehemaligen Friseursalon im Zentrum der Lutherstadt Wittenberg betrieben. Die drei Kirchen hätten fest verabredet, künftig noch enger zusammenzuarbeiten und zu Themen gemeinsam Stellung zu beziehen. Auch die Beziehung zur katholischen Kirche in der Region sei bei vielen Treffen gewachsen.

"Wir haben im vergangenen Jahr viel Übersetzungsarbeit im Sinne Luthers geleistet", hob Janssen hervor. Damals habe der Reformator versucht, den Menschen die Bibel in ihren aktuellen Lebenssituationen verständlich zu machen. Janssen habe unter anderem in Oldenburger Geschäften aus der Bibel vorgelesen und in 17 kleinen Kirchengemeinden zu 17 ausgewählten Luther-Liedern gepredigt. Der oldenburgische Reformationsbeauftragte Nico Szameitat wies auf das Konfi-Camp in Wittenberg hin, dass von 12.000 Jugendlichen aus ganz Deutschland besucht wurde. Aus der oldenburgischen Kirche reisten mehr als 800 Konfirmanden an die Elbe. Dies sei für die jungen Menschen ein prägendes Erlebnis gewesen.

Dank-Gottesdienst in der Lambertikirche

Am Sonntag will sich die oldenburgische Kirche mit einem Gottesdienst in der Lambertikirche bei allen bedanken, die zum Gelingen des Reformationsjubiläums beigetragen haben. Am Reformationstag, dem 31. Oktober, wird Janssen um 10 Uhr in einem Radiogottesdienst auf NDR-Info und WDR 5 aus der Oldenburger Martin-Luther-Kirche predigen.

1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht, die er der Überlieferung nach am 31. Oktober an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte. Der Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte. (epd)

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