Kirche am Bahnsteig

Bahnhofsmissionen feiern gemeinsamen Gottesdienst

Bahnhofsmissionen aus dem gesamten Gebiet der Nordkirche feiern zum ersten Mal einen gemeinsamen Gottesdienst. Im vergangenen Jahr hatten sie sich zu einem Verband zusammengeschlossen. Nun gibt es neue Ideen für die Helfer mit den blauen Westen.

Im ganzen Norden – wie hier am Hamburger Hauptbahnhof – helfen die Bahnhofsmissionen.

Im ganzen Norden – wie hier am Hamburger Hauptbahnhof – helfen die Bahnhofsmissionen. Foto: epd/Stephan Wallocha

von Friederike Lübke und Timo Teggatz

St. Georg. Gleich hinter dem Hamburger Hauptbahnhof, in der St.-Georgs-Kirche, werden sich am Donnerstag, 11. Mai, Mitarbeiter der Bahnhofsmission von Flensburg bis Schwerin treffen. Der "Verband der Evangelischen Bahnhofsmission in der Nordkirche" feiert zum ersten Mal als Zusammenschluss einen gemeinsamen Gottesdienst. "Damit wollen wir ein erstes Zeichen setzen", sagt Axel Mangat, Leiter der Hamburger Bahnhofsmission. Im Februar vergangenen Jahres hatten sich die 14 Bahnhofsmissionen aus dem Gebiet der Nordkirche zusammengeschlossen. Mit dem neuen Verband wollen sie sowohl in der Nordkirche mehr Gewicht bekommen als auch nach außen stärker als "Kirche im Bahnhof" wirken. Zu ihren Zielen gehörte es, die Kulturen der Bahnhofsmission in den nördlichen und östlichen Bundesländern zu verbinden und weiterhin Menschen für die Mitarbeit zu gewinnen und auszubilden, sagt Mangat.

Gottedienst mit Gospelmusik

Im Gottesdienst wird Jann-Thorge Thöming als neuer Referent des Verbands der Bahnhofsmissionen in sein Amt eingeführt. Er löst Geschäftsführerin Gabriele Gerke ab, die in den Ruhestand gegangen ist. Der 29-Jährige ist seit Februar im Amt und hat schon zahlreiche Bahnhofsmissionen der Nordkirche besucht. Die Einrichtungen müssten sich immer wieder anpassen, sagt er und nennt als Beispiel die interkulturelle Kompetenz, nachdem 2015 viele Flüchtlinge in die Missionen gekommen seien. Der Historiker hat selbst ehrenamtlich in der Kieler Flüchtlingshilfe und beim Hamburger Mitternachtsbus gearbeitet. Für die Zukunft schwebt ihm vor, in den Missionen auch Sozialcafés einzurichten, um Menschen zusammenzubringen.
Am 11. Mai sind schon ab 14 Uhr alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern eingeladen, sich zu treffen und auszutauschen. Um 17 Uhr beginnt dann der öffentliche Gottesdienst mit Gospelmusik von Folarin Omishade und seinem Chor. Sehr zur Freude von Axel Mangat hat Bischöfin Kirsten Fehrs für den Gottesdienst zugesagt und wird die Predigt halten.

Bischöfin predigt über ein Wunsch-Thema

Die Theologin wird über das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter sprechen. Diesen Text hatten sich die Bahnhofsmissionen gewünscht. "Das ist das Thema, das uns am meisten bewegt", sagt Axel Mangat. Es sei die biblische Grundlage für ihre Arbeit an den Bahnhöfen, die auch auf Nächstenliebe beruht, ebenso wie für das Miteinander der Mitarbeiter, die mit dem Gottesdienst gewürdigt werden sollen. "Wir arbeiten viel mit Ehrenamtlichen, die keine Nähe zur Kirche haben, und der Samariter war auch kein Geistlicher", erklärt Mangat, warum gerade dieser Text für sie so wichtig ist.
Weitere Gottesdienste für alle Mitarbeiter seien noch nicht geplant, aber Mangat sagt: "Ich würde mich freuen, wenn wir regelmäßig zusammen feiern würden."

Der Gottesdienst findet am Donnerstag, 11. Mai, 17 Uhr in der Heiligen-Dreieinigkeits-Kirche in St. Georg, St. Georgs Kirchhof 3, statt.

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