G20-Gipfel

Thüringer Polizei bedankt sich bei Kirchengemeinde St. Pauli

Vor dem schwersten Einsatz ihres Lebens bei den G20-Krawallen konnten die Beamten Kraft tanken.

Mit diesem Plakat hieß die Gemeinde Besucher willkommen

Mit diesem Plakat hieß die Gemeinde Besucher willkommen Foto: Privat

Hamburg. Polizisten aus Thüringen haben St.-Pauli-Pastor Sieghard Wilm für die Gastfreundschaft seiner Gemeinde zum G20-Gipfel gedankt. Wilm hatte an fünf Gipfel-Abenden den Kirchgarten geöffnet und jeweils zu einer "langen Tafel" eingeladen. Das Plakat zur Aktion "Welcome to heaven" hatten Kita-Kinder gemalt. Gäste waren Gemeindemitglieder, Nachbarn aus dem Viertel, junge Demonstranten und auch Polizisten. "Im Namen meiner Kollegen der 3. Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit Thüringen möchte ich mich außerordentlich für die tolle Gastfreundschaft am Freitag bedanken", schrieb jetzt Christopher K. per E-mail an Wilm.

Die Polizisten erlebten vor allem den Freitag vor den schweren Ausschreitungen im Schanzenviertel als friedliche Oase: "Nur wenige Stunden später haben wir den härtesten Einsatz unser Karriere erlebt und anschließend wieder nur zwei Stunden geschlafen", heißt es weiter in der Mail. Auch am folgenden Sonnabend habe es aufgrund der "Hilfswelle der Hamburger" wieder "viele Gänsehautmomente" gegeben: "Das bleibt hängen!"

Wilm selbst berichtete auch auf Facebook über seine Erfahrungen während der Gipfeltage: 72 Stunden lang kreisten Hubschrauber über der Gemeinde, in unmittelbarer Nähe gab es gewaltsame Auseinandersetzungen, Wolken von CS-Reizgas wehten zuweilen über den Kirchgarten. Zugleich brachte die Gemeinde rund 40 Gäste aus Lübeck, Rostock und Frankreich in Zelten auf ihrem Gelände unter. "Die haben wir uns gut ausgesucht, damit der Platz für ungebetene Gäste besetzt ist", so der Pastor. Dieses Vorgehen habe er mit Polizisten von der Davidwache auf St. Pauli besprochen. Die jungen Leute hätten sich "tausendmal bedankt". (epd)

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