Reaktion auf Millionenloch

Erzbistum Hamburg schließt acht katholische Schulen

Mit dem Schritt reagiert das katholische Erzbistum auf seine Finanzkrise. Wegen Millionenschulden drohen weitere schlechte Nachrichten.

Das Erzbistum Hamburg spart bei seinen Schulen (Symbolbild)

Das Erzbistum Hamburg spart bei seinen Schulen (Symbolbild) Foto: gpointstudio / Fotolia

Hamburg. Das Erzbistum Hamburg will acht von insgesamt 21 katholischen Schulen in der Hansestadt schließen. Die Entscheidung sei angesichts einer Verschuldung des Erzbistums von derzeit 79 Millionen Euro unausweichlich, sagt Generalvikar Ansgar Thim. 13 Schulen sollen erhalten und "qualitativ hochwertig entwickelt" werden.

Von der Schließung betroffen sind die Grundschule St. Marien in Altona, die Domschule St. Marien in St. Georg, die Grund- und Stadtteilschule Altona, die Franz-von-Assisi-Schule in Barmbek und das Niels-Stensen-Gymnasium in Harburg. An diesen fünf Schulen werden bereits im kommenden Schuljahr 2018/19 keine Schüler mehr in die Vorschule, in die 1. Klasse und in die 5. Klasse aufgenommen.

Auch Kirchen und Gemeindehäuser bedroht

Ein Jahr später sollen die Sophienschule in Barmbek und die beiden Grund- und Stadtteilschulen in Harburg und in Neugraben auslaufen. Hier werden derzeit noch Gespräche mit anderen möglichen Trägern geführt, unter anderem auch mit der Stadt Hamburg, sagt Christopher Haep, Leiter der Abteilung Schule und Hochschule im Erzbistum. Alle Schüler, die derzeit die betroffenen Standorte besuchen, sollen ihre Schulzeit dort beenden können. "Der reguläre Unterricht wird bis zur endgültigen Schließung auf hohem Niveau sichergestellt", sagte Haep.

Alle betroffenen Lehrer und Mitarbeiter, die bis zu den Schließungen nicht zuvor durch Pension oder Rente aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind, sollen den Plänen zufolge an den verbleibenden Standorten weiterbeschäftigt werden.

Die Schließung der acht Schulen ist nach den Worten von Generalvikar Thim "nur ein erster Schritt". Angesichts der dramatischen Finanzsituation müssten weitere folgen. Das Erzbistum will den Gesamtbestand von rund 1.000 Immobilien überprüfen. Auch die Schließung von Kirchen und Gemeindehäusern sei möglich, sagte Thim. (epd)

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