Tiny House

Diakonie stellt mobiles Haus für Obdachlose auf

Das kleine Heim soll für den Bewohner der erste Schritt aus der Obdachosigkeit sein. Es hat Bett und Dusche.

So sieht das Tiny House von innen aus

Hannover. Um Obdachlose im Winter vor der Kälte zu schützen, hat die hannoversche Dachstiftung Diakonie am Landeskirchenamt der Landeskirche Hannovers ein kleines Haus auf Rädern aufgestellt. Das etwa sechseinhalb Quadratmeter große Holzhaus verfüge über eine eigene Strom- und Wasserversorgung und stehe ab der kommenden Woche zum Einzug bereit, sagte Landeskirchenamts-Präsidentin Stephanie Springer. Mit dem sogenannten Tiny House wollten Kirche und Diakonie auch ein Zeichen für mehr privates Engagement zugunsten Obdachloser setzen.
Das mit Bett, Kochgelegenheit und Dusche ausgestattete Haus solle allerdings nur als Notlösung dienen und Menschen helfen, wieder eine eigene Wohnung zu beziehen, erläuterte Springer. Das Landeskirchenamt trage die Strom- und Wasserkosten für das Haus in seiner Nachbarschaft. Nach Angaben der Dachstiftung Diakonie waren im vergangenen Jahr bundesweit 860.000 Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen.

Nur eine Übergangslösung

In Hannover gibt es laut Hans-Joachim Lenke, dem Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, rund 4.500 wohnungslose Menschen. Schätzungen zufolge lebten zwischen 400 und 600 von ihnen auf der Straße, sagte Lenke. Für das Tiny House würden Sozialarbeiter demnächst einen Bewohner oder eine Bewohnerin vermitteln.
Das Haus ist auf Initiative der Dachstiftung Diakonie von einem Ausbildungsbetrieb des diakonischen Unternehmens gebaut worden. Es koste rund 35.000 Euro, sagte Jens Rannenberg vom Vorstand der Dachstiftung. Zwei weitere Häuser stünden bereits zur Verfügung. Rannenberg appellierte an Privatleute oder Unternehmen, ebenfalls Grundstücke für solche Unterkünfte anzubieten.
Dass das Tiny House aufgestellt werde, sei nach der Bauordnung zulässig, betonte Rannenberg. Zudem sei das Haus gedämmt und somit "einigermaßen ökologisch", TÜV-geprüft und als Anhänger leicht zu transportieren. Falls an einem Standort keine Wasserversorgung vorhanden sei, könne auch eine Chemie-Toilette eingebaut werden. "Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es eine Übergangslösung ist", betonte Rannenberg. (epd)

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